SWISS INLINE CUP Bern - Bericht

Die Schweizer Hauptstadt im Bann...
Die 2. Etappe des Swiss Inline Cup 2010 war gleichzeitig auch die zweite Station des World Inline Cup in der Schweiz.
Nach 3 Jahren Absenz machte die Tour wieder in der Bundeshauptstadt Station. Start und Ziel unmittelbar vor dem Regierungssitz und Parlamentsgebäude, das seit mehreren Jahren grösste und attraktivste Village auf dem Bundesplatz mit seinem berühmten Wasserspiel. Ein Magnet für Gross und Klein, bereits am Samstag tummelten sich hunderte von Interessierten auf dem Platz, dominiert durch ein auf die Geometrie des Bundeshauses bezogenes Rechteck von 60×30 Meter aus Naturstein. Die 60×100 cm grossen und 6 cm dicken Platten aus Valser Gneis sind spiegelsymmetrisch verlegt, sodass grossflächige Ornamente entstehen. Durch ein leicht geschwungenes Lichtband, das den Platz durchzieht, wird eine optische Verbindung vom Bärenplatz zum Bundeshaus hergestellt. Im westlichen Teil des Platzes befindet sich ein Wasserspiel aus 26 Wasserfontänen, welche die 26 Kantone und Halbkantone der Schweizerischen Eidgenossenschaft symbolisieren.
Unterstützt durch die sportfreundlichen Behörden und die Kantonspolizei Bern konnte trotz dem Konkurs des ehemaligen Promoters Event-e-Motion AG in der Schweiz innerhalb kürzester Zeit ein absolutes Top-Rennen organisiert werden.
Mit 6 Runden um den Bundesplatz und das Village wurde der Renntag von den Kleinsten, den Kids eröffnet. Trotz der noch feuchten Piste gaben die Nachwuchsskater alles und lieferten sich Duelle mit ihren Kontrahenten.
Die Junioren, angereist von den Europameisterschaften im Italienischen San Benedetto und nach einer mehrstündigen Busfahrt sicher alles andere als ausgeruht, gingen als nächste auf die Strecke. Sobald das Rennen freigegeben war, schien die Müdigkeit allerdings verflogen und die 2 Runden in der Berner Innenstadt wurden in hohem Tempo absolviert.
Nach Fun-, Fitness- und Breitensport, war als Höhepunkt der World Inline Cup Lauf am Nachmittag angesagt und die Weltelite gab sich wiederum ein Stelldichein in Bern. Ausser den Kolumbianischen Stars Juan Nayib Tobon und Diego Rosero, sowie dem US-Superstart Joey Mantia war alles vertreten was Rang und Namen in der Szene hat.
Die Strecke war extrem selektiv und mit 46 Kilometer auf vielfachen Wunsch der Topskater auch bewusst länger angelegt. Nach dem Start führte eine Gerade durch die Bundesgasse, anschliessend über eine längere, trickreiche Abfahrt mit Spitzengeschwindigkeiten von annähernd 80km/h auf die Monbijoubrücke, vorbei am wunderschönen Stadtpanorama, über einen Anstieg ging's zum Wendepunkt am Berninaplatz vorbei am Staatsarchiv wieder zurück und dann über einen langen, harten Anstieg via US-Botschaft wieder hoch zur Bundesgasse und der Zielgeraden, welche auch bis fast zur Ziellinie leicht ansteigt. Die Streckenführung verlangte den Athleten alles ab, trotzdem wurden die 9 Runden und 46km mit einem Stundenmittel von über 40km/h absolviert!
Die Damen mussten über 6 Runden, was einer Distanz von 30.6 km entspricht. Die Rundstrecke war mit 5.1 km ideal für Zuschauer und Athleten und es entwickelte sich vor begeisterter Kulisse und über 20'000 Zuschauern ein Inlinerennen wie man es noch selten miterlebt hat.
Die Weltcup Teams von Powerslide, Bont, X-Tech, Alessi, Luigino und Rollerblade lieferten sich bei Spitzengeschwindigkeiten von phasenweise 60 km/h harte Positionskämpfe und gaben keinen Zentimeter preis. Praktisch jedes Team unternahm einen Vorstoss und schickte seine Fahrer nach vorn um Tempo zu machen oder den Solovorstoss zu initialisieren. Die Jungs von Luigino Rollerblade World Team um die beiden Schweizer Topcracks Severin Widmer und Nicolas Iten zeigten sich wiederum als sehr aktiv und waren immer wieder mit aggressiven Vorstössen an der Spitze präsent. Die Powerslide Truppe mit dem Führenden im Gesamtweltcup, Yann Guyader, war jedoch immer wieder um Nachführarbeit besorgt und fuhr taktisch geschickt. Immer wieder drückten auch die BONT arena Geisingen Athleten aufs Gaspedal, die aufmerksamen Roller Lagos Fahrer aus Portugal um den jungen und stark auftrumpfenden Diogo Marreiros verhinderten jedoch auch immer wieder ein Breakaway. Nachdem auch in der 9. Runde kein Athlet entscheidend wegfahren konnte, rechnete jedermann mit einem Massenspurt, was jedoch der Franzose vom Powerslide Matter World Team verhinderte. Hervorragend in Position gebracht, setzte er sich auf der ansteigenden Zielgeraden von allen anderen ab und zog unwiderstehlich davon, so uneinholbar, dass er bereits 10 m vor der Ziellinie diesen grossartigen Sieg feiern konnte und die tausenden Zuschauer in Begeisterung versetzte. Nach einigen Spitzenklassierungen im WIC 2010 hat Yann seine Gesamtführung mit diesem Sieg in einem Topbesetzten und hochspektakulären WIC verteidigt. Die weiteren Plätze: 2. Reyon Kay (NZL) BONT arena geisingen, der damit seine Position im Gesamtranking verbessern konnte, vor dem besten Schweizer, dem Luigino Rollerblade World Team Fahrer Severin Widmer.
Die Damen liessen das Rennen weniger hektisch und schnell als die Männer angehen und fuhren wesentlich taktischer. Die 6 Runden waren geprägt von Teamwork und die Favoritinnen belauerten sich gegenseitig, so dass fast eine Neutralisierung stattfand. Auch die immer näher kommenden Schnellzüge der Männer trugen nicht zu einer Tempoverschärfung oder breakaway bei. Nachdem praktisch keine Ausreissversuche zugelassen wurden, war bald klar, dass auch in Bern wieder der Weg zum Sieg nur über Powerslide und die Führende im Gesamtweltcup, Cecilia Baena führen konnte. Wie gewohnt arbeitete Nathalie Barbotin extrem hart für ihre Teamkolleginnen und stellte immer wieder eine Flüchtende. Auch die Alessi Damen, wie die Athletinnen von X-Tech und Vitamind-Ferrara wurden umgehend wieder zurückgeholt. Damit kam es bei den Frauen zur Spurtankunft und hier setzte sich wie schon fast gewohnt in der Serie die Kolumbianische Weltklasseathletin Chechy von Powerslide Matter World vor Giovanna Turcchiarelli (Alessi World) und der Deutschen Tina Strüver vom WorldInlineCenter BONT-Team durch.
Das Rennen wurde wiederum vom Schweizer Schiedsrichterteam um Stefan Neck hervorragend und souverän geleitet.
Der WIC Tross geniesst nun eine kurze Verschnaufpause, bevor es am 28. August in Gdansk (POL) zum nächsten Rennen an die Ostsee geht.
Für den Swiss Inline Cup ist die Rennsaison 2010 bereits zu Ende. Der Höhepunkt mit einem fantastischen und hervorragend organisierten Rennen in Bern ist bereits Geschichte. Vielen Dank allen Teilnehmern, Sponsoren und vor allem den Behörden sowie Helfern, welche die Anlässe erst möglich gemacht haben.
Wir freuen uns schon jetzt auf den SIC 2011 mit einem neuen und hochprofessionellen Promoter in der Schweiz! Mehr Information folgt in den nächsten Tagen, wir bleiben dran!
