SWISS INLINE CUP - Biel Bericht

Juan schafft es !
Die erste Etappe des Swiss Inline Cup 2010 war gleichzeitig die erste Station des World Inline Cup in der Schweiz. Der Konkurs des Promoters Event-e-Motion AG in der Schweiz hatte für einige Turbulenzen gesorgt. So mussten traditionelle Rennen wie z.B. Sursee, Engadin und Zug abgesagt werden und die IGUANA als Marken- und Rechteinhaberin musste sich in letzter Minute auf die Durchführung von weniger Stationen konzentrieren, um insbesondere den Swiss Inline Cup überhaupt am Leben zu halten.
Nur wenige Wochen vor dem Austragungsdatum konnten die notwendigen Vorbereitungsarbeiten aufgenommen werden, eine definitive Strecke wurde sogar erst wenige Tage vor der Durchführung dank Unterstützung durch die örtlichen Behörden gefunden. Mit einem Kraftakt stampfte die Mannschaft den Anlass aus dem Bieler Boden und offerierte den Inlinebegeisterten eine neue Rennstrecke in Biel-Ost.
Nach tagelangem Dauerregen musste das Schlimmste Befürchtet werden, doch pünktlich 1 Stunde vor dem Start zu den Kids- und Juniorenrennen trocknete die Piste ab, so dass für alle Kategorien einwandfrei präparierte Rundkurse bereitstanden.
Die Jüngsten eröffneten den Renn-Sonntag und die Junioren benutzten Swiss und World Inline Cup Lauf als letzte Hauptprobe vor den Europameisterschaften. Die Karten mussten also auf den Tisch gelegt werden, Zurückhaltung war nicht angesagt und es entwickelten sich packende Rennen bereits bei den Nachwuchsskatern.
Als Höhepunkt war der World Inline Cup Lauf am Nachmittag geplant und die Weltelite gab sich wiederum ein Stelldichein in Biel. Ausser den Kolumbianischen Stars Chechy Baena und Diego Rosero war alles vertreten was Rang und Namen in der Szene hat.
Die Damen mussten über 30 Runden, die Herren deren 35 bewältigen, was einer Distanz von 36.0 km bzw. exakt 42.0 km bei den Herren entspricht. Die Rundstrecke war mit 1.2 km ideal für Zuschauer und Athleten und es entwickelte sich vor begeisterter Kulisse ein Hochgeschwindigkeitsrennen wie man es noch selten miterlebt hat.
Die Weltcup Teams von Powerslide, Bont, X-Tech, Alessi, Luigino und Rollerblade lieferten sich bei Spitzengeschwindigkeiten von 60 km/h harte Positionskämpfe und gaben keinen Zentimeter preis. Praktisch jedes Team unternahm einen Vorstoss und schickte seine Fahrer nach vorn um Tempo zu machen oder den Solovorstoss zu initialisieren. Die Jungs von Luigino Swiss um die beiden Schweizer Topcracks Severin Widmer und Nicolas Iten zeigten sich wiederum als sehr aktiv und waren immer wieder mit aggressiven Vorstössen an der Spitze präsent. Die Powerslide Truppe mit dem Führenden im Gesamtweltcup, Yann Guyader, war jedoch immer wieder um Nachführarbeit besorgt und fuhr taktisch geschickt. Immer wieder drückten auch die BONT arena Geisingen Athleten aufs Gaspedal, die aufmerksamen X-Tech Fahrer um den erfahrenen und stark auftrumpfenden Elio Cuncu verhinderten jedoch auch immer wieder ein Breakaway. Nachdem auch in der 34. Runde kein Athlet entscheidend wegfahren konnte, rechnete jedermann mit einem Massenspurt, was jedoch ausgerechnet der sympathische Juan Nayib Tobon vom BONT arena Geisingen Team verhinderte. Hervorragend in Position gebracht, setzte er sich auf der Zielgeraden von allen anderen ab und zog unwiderstehlich davon, so uneinholbar, dass er bereits 20 m vor der Ziellinie diesen grossartigen Sieg feiern konnte und die vielen Zuschauer sowie die anwesende Teambesitzerin Sabine Uhrig mit der ganzen Familie in Entzücken versetzte. Nach einigen Spitzenklassierungen im WIC 2009 und dem GIC 2010 hat Juan seinen ersten Sieg in einem Topbesetzten und hochspektakulären WIC errungen. Die weiteren Plätze: 2. Yann Guyader (FRA), der damit seine Position im Gesamtranking ausbauen konnte, vor seinem Teamkollegen Fabio Francolini (ITA).
Die Damen liessen das Rennen weniger hektisch und schnell als die Männer angehen und fuhren wesentlich taktischer. Die 30 Runden waren geprägt von Teamwork und die Favoritinnen belauerten sich gegenseitig, so dass fast eine Neutralisierung stattfand. Auch die vorbeirasenden Schnellzüge der Männer wurden nicht zur Trittbrettfahrer und Flucht benutzt. Nachdem praktisch keine Ausreissversuche zugelassen wurden, war bald klar, dass auch ohne die Weltcup Gesamterste Chechy Baena, der Weg zum Sieg nur über Powerslide führen konnte. Wie gewohnt arbeitete Nathalie Barbotin extrem hart für ihre Teamkolleginnen und stellte immer wieder eine Flüchtende. Auch die Alessi Damen, wie die Athletinnen von X-Tech und Vitamin&Co-Ferrara wurden umgehend wieder zurückgeholt. Damit kam es bei den Frauen zur Spurtankunft und hier setzte sich ebenfalls zum ersten Mal in der Serie die Deutsche Sabine Berg von Powerslide Matter World vor Giovanna Turcchiarelli (Alessi World) und der Neuseeländerin Nicole Begg (X-Tech MPC) durch.
Das Rennen wurde trotz der Rundenzahlen, Überrundungen und hohen Geschwindigkeiten vom Schweizer Schiedsrichterteam um Stefan Neck hervorragend und souverän geleitet.
Der WIC und SIC Tross geniesst nun eine kurze Verschnaufpause während der Europameisterschaften und kehrt zurück mit dem spektakulären Innenstadt Rennen in der Schweizer Hauptstadt Bern am Sonntag, 08. August 2010. Wir freuen uns schon jetzt auf diesen Grossanlass!
